Vorbereitung
Eine Taufe braucht etwas Vorlauf. Am besten meldet man sich rechtzeitig beim Pfarramt an – in beliebten Monaten (Frühling, Herbst) können Termine schnell vergeben sein.
6–12 Wochen vor der Taufe
- Beim zuständigen Pfarramt anmelden und Termin abstimmen
- Taufpaten auswählen und anfragen (und ggf. Patenbescheinigung beim Pfarramt der Paten beantragen)
- Termin für das Taufgespräch vereinbaren
Im Taufgespräch
Das persönliche Gespräch mit dem Pfarrer oder der Pfarrerin ist fester Bestandteil jeder Taufe – für Eltern und oft auch Paten. Mitzubringen:
- Geburtsurkunde des Kindes
- Personalausweise der Eltern
- Taufschein der Paten (evangelisch) bzw. Patenbescheinigung (katholisch)
Besprochene Themen: Ablauf des Gottesdienstes, Taufspruch, Liedwünsche, besondere Wünsche der Familie.
Praktische Vorbereitungen
- Taufkerze besorgen oder gestalten lassen
- Taufkleid / Taufoutfit
- Einladungen verschicken
- Feier danach planen
- Fotografiererlaubnis in der Kirche vorab klären
Ablauf einer evangelischen Tauffeier
Die evangelische Taufe findet in der Regel am Taufstein oder Taufbecken in der Kirche statt – entweder als Teil des regulären Sonntagsgottesdienstes oder als eigener Taufgottesdienst. Die Gemeinde ist Zeugin der Taufe. Ein Taufgottesdienst dauert typischerweise 45 bis 60 Minuten.
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1Eröffnung
Einzug, Begrüßung der Tauffamilie durch die Pfarrerin oder den Pfarrer, Eingangslied, Gebet.
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2Bibellesung und Predigt
Eine Bibelstelle wird gelesen und ausgelegt – oft das Kinderevangelium (Markus 10,13–16: „Lasset die Kinder zu mir kommen") oder eine andere auf die Taufe bezogene Stelle. Die Ansprache greift häufig den gewählten Taufspruch des Kindes auf.
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3Zug zum Taufstein
Familie, Paten und Gemeinde versammeln sich am Taufstein. Der Taufbefehl Jesu (Matthäus 28,18–20) wird verlesen.
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4Taufbekenntnis und Glaubensbekenntnis
Eltern und Paten werden gefragt, ob sie das Kind im christlichen Glauben erziehen wollen und bejahen dies. Anschließend spricht die gesamte Gemeinde gemeinsam das Apostolische Glaubensbekenntnis.
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5Die Taufhandlung
Wasser wird dreimal über den Kopf des Kindes gegossen. Dabei spricht die Pfarrerin oder der Pfarrer: „[Name], ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes."
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6Segen und Taufkerze
Eltern und Paten empfangen einen Segen, oft mit Handauflegung. Der Taufpate oder die Taufpatin zündet die Taufkerze an der Osterkerze an und überreicht sie der Familie.
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7Fürbitten, Vaterunser und Segen
Gebete für das Kind, die Familie und weitere Anliegen. Gemeinsames Vaterunser. Schlussegen für alle Anwesenden. Schlusslied.
Ablauf einer katholischen Tauffeier
Die katholische Taufe findet in der Kirche am Taufbrunnen statt – oft sonntags als eigene Tauffeier, bei der mehrere Familien gemeinsam feiern, oder in die Sonntagsmesse eingebunden. Eine eigene Tauffeier dauert ca. 45 bis 60 Minuten.
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1Empfang an der Kirchentür
Die Familie wird am Eingang der Kirche empfangen. Der Zelebrant nennt den Namen des Kindes und fragt Eltern und Paten, was sie für das Kind erbitten und ob sie bereit sind, es im Glauben zu begleiten.
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2Erstes Kreuzzeichen
Der Priester oder Diakon zeichnet dem Kind ein Kreuz auf die Stirn – als Zeichen: „Du gehörst dazu." Eltern und Paten wiederholen diese Geste. Dann Einzug in die Kirche.
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3Wortgottesdienst
Bibellesungen, Ansprache und Fürbitten. Dabei wird die Allerheiligenlitanei gebetet – Heilige werden angerufen, darunter oft die Namenspatrone des Kindes.
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4Taufwasserweihe
Das Taufwasser wird gesegnet und seine Bedeutung in einem Gebet entfaltet, das auf die biblischen Wasserbilder (Schöpfung, Durchzug durch das Rote Meer, Jordantaufe Jesu) Bezug nimmt.
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5Absage und Taufbekenntnis
Eltern und Paten sagen dreifach dem Bösen ab (Abrenuntiatio). Dann folgt das dreifache Taufbekenntnis zu Vater, Sohn und Heiligem Geist – jeweils mit „Ja, ich glaube."
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6Die Taufhandlung
Dreimaliges Übergießen des Kopfes mit Wasser: „[Name], ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes."
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7Chrisam-Salbung
Die Stirn des Kindes wird mit Chrisam-Öl gesalbt – Zeichen der Einheit mit Christus und der Teilhabe an seinem priesterlichen, prophetischen und königlichen Amt.
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8Weißes Taufkleid und Taufkerze
Das Kind trägt oder empfängt ein weißes Kleid als Symbol: „Du hast Christus angezogen" (vgl. Galater 3,27). Die Taufkerze wird an der Osterkerze entzündet – Christus als Licht der Welt.
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9Effata-Ritus
Der Zelebrant berührt Ohren und Mund des Kindes mit dem Wort „Effata" – aramäisch für „Werde geöffnet." Symbol: Das Kind soll Gottes Wort hören und bezeugen können.
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10Vaterunser und Schlussegen
Gemeinsames Vaterunser am Altar. Der Zelebrant erteilt den Segen – zuerst der Mutter, dann dem Vater, dann allen Anwesenden. Schlusslied.
Die Rolle der Taufpaten im Gottesdienst
Taufpaten sind keine stummen Zuschauer – sie sind aktiv in die Tauffeier eingebunden:
- Sie stehen gemeinsam mit den Eltern am Taufstein und antworten auf die Fragen des Pfarrers
- Evangelisch: Der Pate oder die Patin zündet die Taufkerze an der Osterkerze an und überreicht sie
- Katholisch: Paten zeichnen nach dem Priester als Erste das Kreuzzeichen auf die Stirn des Kindes; sie sind bei Übergabe des Taufkleids und der Kerze aktiv beteiligt
- Bei manchen Gemeinden halten Paten das Kind während der Taufhandlung über dem Taufbecken
Evangelisch: Getauft und konfirmiert, Mitglied einer evangelischen oder anderen ACK-Mitgliedskirche. Die genauen Regelungen unterscheiden sich je nach Landeskirche.
Katholisch: Getauft, gefirmt, praktizierender Katholik, mindestens 16 Jahre alt. Als zweite Person darf jemand einer anderen christlichen Kirche angehören – dann als „Taufzeuge".
Nach der Taufe
Nach dem Gottesdienst erhalten Eltern die Taufurkunde (Taufschein) – entweder direkt im Anschluss oder wenige Tage später über das Pfarramt. Sie ist der offizielle Nachweis der Taufe und der Kirchenzugehörigkeit.
Jede Kirchengemeinde führt ein Taufbuch (Kirchenbuch), in das die Taufe eingetragen wird. Bei der katholischen Kirche werden dort später weitere Sakramente vermerkt: Firmung, kirchliche Heirat und – falls es dazu kommt – auch der Kirchenaustritt.
Den Taufschein des Kindes sollte man sorgfältig aufbewahren: Er wird später für die Konfirmation, Firmung oder kirchliche Trauung benötigt.
Besonderheiten der Erwachsenentaufe
Evangelisch: Wer als Erwachsener oder Jugendlicher getauft wird, spricht das Taufbekenntnis selbst. Die Fragen des Pfarrers richten sich direkt an den Täufling. Der Ablauf ist dem der Kindertaufe ansonsten sehr ähnlich. Evangelische Erwachsenentaufe kann mit der Konfirmation verbunden werden.
Katholisch – Katechumenat: Erwachsene durchlaufen vor der Taufe einen mehrmonatigen Vorbereitungsprozess (Katechumenat). Er gipfelt in der Osternacht, in der Taufe, Firmung und Erstkommunion in einem einzigen Gottesdienst gespendet werden – anders als bei der Kindertaufe, bei der diese drei Sakramente über viele Jahre verteilt sind.
Wer bereits evangelisch getauft ist und zur katholischen Kirche übertritt, wird nicht erneut getauft: Die Taufe ist unwiderruflich und wird konfessionsübergreifend anerkannt.