Der Aaronitische Segen
Die älteste überlieferte Segensformel der Bibel stammt aus dem 4. Buch Mose und ist heute in evangelischen wie katholischen Gottesdiensten gleichermaßen verbreitet. Bei der Taufe wird er oft am Ende des Gottesdienstes gesprochen – über das Kind, die Eltern und die gesamte Gemeinde.
Der HERR segne dich und behüte dich;
der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig;
der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.
Dieser Segen eignet sich auch als Segenswunsch auf der Taufkarte – vollständig oder in einzelnen Zeilen. Besonders die Schlusszeile „… und gebe dir Frieden" wird oft eigenständig verwendet.
Bibelverse als Segenswunsch
Viele Bibelverse sprechen von Gottes Begleitung, Schutz und Zuwendung – und eignen sich deshalb nicht nur als Taufspruch, sondern auch als persönlicher Segenswunsch auf einer Karte oder in einer Ansprache.
Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!
Jesaja 43,1Wenn du durch Wasser gehst, will ich bei dir sein, dass dich die Ströme nicht ersäufen sollen; und wenn du ins Feuer gehst, sollst du nicht brennen, und die Flamme soll dich nicht versengen.
Jesaja 43,2Der HERR behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele. Der HERR behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit!
Psalm 121,7–8Denn du hast meine Nieren bereitet und hast mich gebildet im Mutterleibe. Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.
Psalm 139,13–14Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der HERR: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe das Ende, des ihr wartet.
Jeremia 29,11Dietrich Bonhoeffer: „Von guten Mächten"
Dieses Gedicht schrieb Dietrich Bonhoeffer am 19. Dezember 1944 aus der Berliner Gestapohaft – als Weihnachtsgruß an seine Verlobte Maria von Wedemeyer. Die Melodie im Evangelischen Gesangbuch (Nr. 65) stammt von Otto Abel (1959); die heute weitaus bekanntere Vertonung schrieb Siegfried Fietz (1970). Erste und letzte Strophe werden oft als eigenständiger Segenswunsch verwendet:
Von guten Mächten treu und still umgeben,
behütet und getröstet wunderbar,
so will ich diese Tage mit euch leben
und mit euch gehen in ein neues Jahr.
Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiss an jedem neuen Tag.
Besonders die letzte Strophe eignet sich als Segenswunsch auf einer Taufkarte: Sie spricht von Gottes Begleitung durch alle Tage – ruhig, zuversichtlich, ohne Schönreden.
Der irische Reisesegen
„May the road rise to meet you" ist ein altirischer Segenswunsch unbekannter Herkunft, der als gemeinfrei gilt. Er wünscht dem Reisenden – und dem, dem man ihn mitgibt – Gottes Begleitung auf allen Wegen.
May the road rise to meet you,
may the wind be always at your back,
may the sun shine warm upon your face,
the rains fall soft upon your fields,
and until we meet again,
may God hold you in the palm of his hand.
Die bekannte deutsche Version „Möge die Straße uns zusammenführen" wurde 1988 von Markus Pytlik verfasst und vertont (Strube Verlag). Sie ist in vielen Gesangbüchern zu finden und wird in Gottesdiensten gesungen – auch gern bei Taufen.
Kurze Segenswünsche für die Taufkarte
Manchmal sucht man nicht den großen Text, sondern einen knappen, herzlichen Satz für die Taufkarte oder das Taufbuch. Diese Wünsche lassen sich auch persönlich ergänzen oder umformulieren.
Gott kannte deinen Namen, noch bevor du geboren wurdest. Er kennt jeden deiner Tage – und er ist bei dir in allen.
Möge dein Leben erfüllt sein von Neugier, von Mut und von der Gewissheit, dass du nie allein gehst.
Für deinen Weg wünschen wir dir: Licht, wenn es dunkel ist. Halt, wenn du stolperst. Und Menschen, die dir zeigen, dass du geliebt bist.
Du bist heute mit einem Namen gerufen worden – und mit einem Segen, der bleibt. Alles Gute auf deinem Weg.
Gottes Segen begleite dich – in den großen Momenten und in den stillen, in den einfachen Tagen und in den schweren.
Mögest du wachsen in Freude und Vertrauen, getragen von der Liebe derer, die dich umgeben – und von einer Liebe, die größer ist als alle.